Hinweise zum Gelingen von Gesprächen mit Sprach- und KulturmittlerInnen*
Informationen für Auftraggeber
1.) Planen Sie bei gedolmetschten Gesprächen mehr Zeit als üblich ein. Denn der Sprach- und Kulturmittler benötigt ja Zeit, um das Gesagte in die andere Sprache zu transportieren.
2.) Wenn absehbar ist, dass während des Gespräches Fachausdrücke aus Ihrem Arbeitsfeld benutzt werden, ist eine vorige Mitteilung gut, damit der Sprach- und Kulturmittler sich vorbereiten kann.
3.) Bei unbekannten Fachausdrücken bittet der Sprach- und Kulturmittler Sie eventuell um eine Erklärung oder Umschreibung, welche er besser dolmetschen kann. Seien Sie dazu bereit, denn dies trägt zu einer präzisen Dolmetschung bei.
4.) Häufig geht es bei den gedolmetschten Gesprächen um konfliktbeladene, intime Themen. Sorgen Sie im Vorfeld oder zu Beginn des Gespräches dafür, dass der Klient mit einer Dolmetschung einverstanden ist.
5.) Um seine Aufgabe gut zu erfüllen, ist es hilfreich, wenn der Sprach- und Kulturmittler so sitzen kann, dass er beide Gesprächspartner im Blick hat und sie akustisch gut versteht.
6.) Auch dem Klienten muss deutlich sein, dass der Sprach- und Kulturmittler der Schweigepflicht unterliegt und sich neutral und unparteiisch gegenüber sämtlichen Gesprächsteilnehmern und Inhalten verhält. Er dolmetscht alles, was im Gespräch gesagt wird.
7.) Nehmen Sie sich zu Beginn des Gesprächs kurz Zeit für eine Vorstellungsrunde aller Gesprächsteilnehmer.
8.) Denken Sie daran: die Konzentrationsfähigkeit auch des besten Sprach- und Kulturmittlers ist begrenzt. Er benötigt also in gewissen Zeitabständen die Möglichkeit, das Gesagte zu dolmetschen. Damit er dies so genau wie möglich tun kann, räumen Sie ihm Pausen dafür ein. Unbegrenzte Monologe und Durcheinandereden machen eine Sprach- und Kulturmittlung unmöglich.
9.) Räumen Sie sich selbst und dem Sprach- und Kulturmittler nach dem Gespräch Gelegenheit für eine kurze reflektierende Nachbesprechung ein.
10.) Falls Sie mit dem Sprach- und Kulturmittler Folgetermine vereinbaren, informieren Sie bitte auch immer die Vermittlungsstelle kurz per Mail oder Anruf.
11.) Haben Sie nach dem Gespräch Fragen, Beschwerden oder Verbesserungsvorschläge, melden Sie sich bitte bei uns.
* In diesem Text verwenden wir die männliche Form, gemeint sind aber ausdrücklich immer beide Geschlechter
erstellt von Anne Langewand und Marika Steinke, Juli 2010
Hier finden Sie diese Informationen als Druckvorlage.

