Anforderungsprofil für Sprach- und KulturmittlerInnen

Basiskompetenzen

Der Sprach- und Kulturmittler sollte

1. seine Muttersprache in Wort und Schrift beherrschen

2. die deutsche Sprache souverän verstehen und sprechen, das beinhaltet:

  • umfangreiche Vokabelkenntnisse über ein breites Spektrum von Themen, die eine flüssige Verständigung auch über komplexe Sachverhalte erlauben. Bei Wortschatzlücken kann der SPuKler problemlos Umschreibungen gebrauchen. Offensichtliches Suchen nach Worten oder der Rückgriff auf Vermeidungsstrategien sind selten.
  • grammatische Korrektheit und Sicherheit in der Verwendung komplexer Satzstrukturen

3. seine Rolle, seine Aufgaben und Grenzen klar benennen und sich dementsprechend verhalten, das beinhaltet:

  • Wahrnehmung unterschiedlicher Rollenerwartungen und Lösung nach dem Prinzip der Unparteilichkeit (Bei Interessenkonflikten, Befangenheit macht er diese deutlich und tritt ggfs zurück)
  • Kenntnis und Erfüllung der Rollenanforderungen Vertraulichkeit, Neutralität und Distanz
  • Sorgen für eine Transparenz seiner Aufgaben bei allen Gesprächsbeteiligten
  • Respektvolle Umgangsformen

4. genau und vollständig dolmetschen, das bedeutet:

  • keine Inhalts-Veränderung des Gesagten durch persönliche Meinungen und Kommentare, Wiedergabe auch für ihn unangenehmer Inhalte
  • gute Konzentration und gutes Zuhören Können
  • selbständige Regelung des Gesprächsflusses und Gestaltung der Gesprächsbedingungen für eine gute Dolmetschung
  • transparente Verdeutlichung der Vorgehensweise beim Dolmetschen
  • transparente Abgrenzung zusätzlicher Erläuterungen von der Dolmetschleistung
  • reflektiertes Wissen über nonverbale Kommunikation und Berücksichtigung nonverbalen Verhaltens

(Anne Langewand, 2008)