Das Angebot der Sprach- und Kulturmittlung
SPuK Sprach- und Kulturmittlung ist ein Dienstleistungsangebot für den Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich in der Region Osnabrück. Dieses Angebot bietet qualifiziertes Dolmetschen unter Berücksichtigung kulturspezifischer Informationen.
Sprach- und KulturmittlerInnen:
- heben Sprachbarrieren auf
- berücksichtigen kulturspezifische Hintergründe
- erleichtern den Gesprächspartnern die Konzentration auf inhaltliche Fragen statt auf Kommunikationsprobleme
- fördern besseres Verstehen in Behandlung, Diagnostik und Beratung im Gesundheits- und Sozialwesen
- unterstützen die Förderung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen
- sind dem Gebot der Verschwiegenheit und Neutralität verpflichtet
Sprach- und KulturmittlerInnen nehmen als unabhängige dritte Person an Gesprächen teil. Durch ihren Einsatz können auch schwierige Inhalte transportiert werden, ohne Scham- und Belastungsgrenzen zu überschreiten, so wie es oft der Fall ist, wenn Kinder oder Angehörige als Dolmetscher agieren.
Das Osnabrücker Netzwerk SPuK Sprach- und Kulturmittlung besteht zurzeit aus 48 Frauen und Männern verschiedener Herkunftsländer und bietet Sprach- und Kulturmittlung in 31 Sprachen.
Für die Tätigkeit als Sprach- und KulturmittlerIn ist eine mündliche Sprachbeherrschung mindestens auf dem Niveau der Stufe B2 des europäischen Referenzrahmens notwendig und sollte sich nach Möglichkeit der Stufe C1 annähern. Mit den Sprach- und KulturmittlerInnen werden ausführliche individuelle Eignungsfeststellungen durchgeführt, bevor sie tätig werden und in denen ihre Fähigkeiten in Bezug zum Anforderungsprofil überprüft werden.
Die Sprach- und KulturmittlerInnen werden regelmäßig durch Fortbildungen qualifiziert. Die Fortbildungen beinhalten zum einen die Auseinandersetzung mit dem Prozess des Sprach- und Kulturmittelns in unterschiedlichen Settings, Klärung der Rolle und Reflexion grundlegender Dolmetsch-Prinzipien. Zum anderen werden in den Fortbildungen die Kenntnisse der Netzwerk-Mitglieder zu verschiedenen Einsatzfeldern vertieft. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in Einzelgesprächen Erfahrungen aus absolvierten Einsätzen unter Anleitung zu reflektieren.
Die Dienstleistung trägt dazu bei, eine gleichberechtigte Nutzung der Angebote im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen durch Menschen mit Migrationshintergrund zu ermöglichen und damit auf diesem Gebiet die gleichberechtigte Teilhabe auch von Drittstaatsangehörigen mit geringen Deutschkenntnissen zu erreichen.
Den Sprach- und KulturmittlerInnen selbst wird über die Vermittlung der Tätigkeit die Ausübung einer Nebenbeschäftigung ermöglicht.
Seit 2008 wird das Projekt mit Mitteln aus dem Europäischen Integrationsfond (EIF) sowie aus Eigenmitteln des Caritasverbandes f. d . Diözese Osanbrück e.V. finanziert. Langfristiges Ziel ist es, die Vermittlung der Dienstleistung zu institutionalisieren und auf diesem Wege zu einem festen Bestandteil der Angebote in der Region Osnabrück zu machen.

